Während der Recherchen zu der Sendung bin ich auf eine 100 Jahre alte und damit eine der größten Verschwörungstheorien gestoßen, und zwar die Theorie der Protokolle der Weisen von Zion. Damit ist sie laut des WDR eine der übelsten Hetzschriften der Geschichte.

Wie alles anfing

Ein Jahr nach dem Ende des ersten Weltkriegs, also 1919, suchten die Menschen in Deutschland nach einer Erklärung für die Niederlage im Krieg und nach Schuldigen. Durch diese Unsicherheit und Zweifel entsteht die Zionistischen Protokolle. Sie kommen schnell in Umlauf und verbreiten sich rasant. Die Protokolle seien angeblich Mitschriften eines Treffens jüdischer Anführer, ihr Ziel sei die Weltherrschaft. Ihr Plan sei ein gewaltsamer Umsturz der Regierung und die Übernahme der Presse. 

Politologe Armin Pfahl-Traughber ist der Meinung, dass solche Verschwörungstheorien eben immer dann Aufmerksamkeit und Anhänger bekommen, sobald politische oder generelle Umbrüche vorhanden sind. Denn in dieser Zeit ist die Anspannung und der Zweifel am stärksten. Aber genau die Zeit nach dem Ende des ersten Weltkrieges. 

Auch heute sind die Protokolle der Weisen von Zion noch brandaktuell.

Das die Juden sich verschworen haben wollen, wollten fast alle bereitwillig glauben, denn Antisemitismus ist weit verbreitet. Diese Theorie kam ihnen gerade recht und beantwortete zuvor noch offene Fragen. Ob die Protokolle jedoch Hand und Fuß hatten, stellte damals kaum jemand in Frage. Denn gerade mal zwanzig Jahre zuvor fanden tatsächlich Treffen der Zionisten statt, jedoch ging es dabei um die Gründung eines jüdischen Staates und nicht um de Weltherrschaft. Das wollte zu der Zeit jedoch kaum einer wissen. Daher verbieten sich die Hetzschriften weiter rasend.

Antisemitische Parteien, wie die aufstrebende NSDAP, stützen sich auf den Hetzschriften und gewinnen viel Zuspruch. Die Hetzschriften haben schnell verheerenden Folgen, 1922 wird der Außenminister Walter Ratennau ermordet. Er war Jude und Demokrat. Seine Mörder berufen sich auf die Protokolle der Weisen von Zion. 

Der erste Zweifel

Jedoch kamen schnell die ersten Zweifel auf, denn einige Teile eines Romans aus dem 19. Jahrhundert. wiesen erhebliche Ähnlichkeiten mit dem Protokoll auf. Anschließend erklärte ein Schweizer Gericht 1934 die Protokolle als gefälscht. Wer sie verfasst hat, blieb jedoch noch ungeklärt.

Politologe Armin Pfahl-Traughber bevorzugt hier auch eher den Begriff des Verschwörungs-Mythos, da es laut ihm eher eine Glaubensfrage ist und man kaum darauf erpicht ist, exakt nachzuweisen, dass die Protokolle ein richtiges historisches Dokument sind. Jedoch können exakte Fakten die Verbreitung und den Einfluss der Protokolle nicht mehr aufhalten. Auch in Frankreich und den USA waren die Protokolle schnell bekannt und beliebt. Das furchtbarste, was durch die Protokolle der Weisen von Zion ausgelöst worden ist, ist jedoch das nationalsozialistische Deutschland und die damit verbundene Ermordung von 6 Millionen Juden, welche sich auf diesen Protokollen stützt

Auch heute noch aktuell

Leider haben die Menschen daraus nicht gelernt und die Protokolle fanden nach dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland schnell Aufmerksamkeit in der Gründung des Staates Israel. Die Protokolle werden Maßenweise verkauft und Bestseller in den arabischen Ländern. Daher sind auch heute noch die Zionistischen Protokolle in den islamischen Medien immer wieder ein Thema. Auch heute noch werden sie als politische Waffe benutzt und die Menschen möchte nichts von klaren Daten wissen, sondern vertrauen auf die Protokolle der Weisen von Zion.


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