Wer Drogen oder Waffen online kaufen will ist bei Amazon und eBay offensichtlich falsch. Ganz anders jedoch im Darknet, hier ist unter anderem der Handel mit (größtenteils) illegalen Waren üblich. Aber was ist das Darknet überhaupt?

Das Darknet ist die „dunkle“/“die unsichtbare“ Seite des Internets, denn mit den üblichen Browsern, wie z.B. Chrome oder Safari, lässt sich darauf nicht zugreifen. Das praktische: Wer im Darknet unterwegs ist lässt sich nur schwer nach verfolgen, mehr dazu wie das Darknet genau funktioniert findest du hier. Viele Nutzen das Darknet aber auch zur sicheren Kommunikation, das ist nötig, wenn z.B. sensible Daten ausgetauscht werden, oder man von der Regierung verfolgt wird.

Ist das Darknet illegal?

Nein, das Darknet an sich, oder es zu benutzen, ist nicht illegal. Viele Seiten werden z.B. von Personen betrieben die sich einfach austauschen, und dabei anonym bleiben wollen. Es gibt sogar eine Darknet-Version von Facebook, um anonym und ohne Zensur kommunizieren zu können. Wer den speziellen Browser installiert und/oder öffnet macht sich dabei nicht strafbar. Es kommt drauf an, wie im „echten“ Internet auch, was man im Darknet anstellt.

Diese Jungs besuchen dich nur, wenn du illegale Seiten im Darknet benutzt.

Im Darknet sollte man besonders vorsichtig sein, da dort nur knapp 40% der Inhalte legal sind. Am besten ist es nur auf Links zu klicken die man auch kennt, denn bei einigen Seiten kann bereits das Öffnen strafbar sein.

Was kann man im Darknet machen?

Neben den illegalen Angeboten im Darknet gibt es auch sehr viele legale. Vor allem für Länder in denen Zensur, oder politische Verfolgung an der Tagesordnung steht ist die Anonymität des Darknets besonders hilfreich. Man hat z.B. die Möglichkeit anonym über politische Themen zu diskutieren, oder sich mit Themen in unzensierter Form zu befassen die von der Regierung verboten werden. Auch viele wissenschaftliche Paper, die im Internet oft 30-50$ kosten, gibt es im Darknet meist kostenlos. Generell gibt es viele Foren in denen über Themen wie Politik, Bücher und Technik diskutiert wird.

Wieso wird das Darknet nicht abgeschaltet?

Zwar würden sehr viele Länder das Darknet gerne abschaffen, jedoch ist das ganze nicht so einfach. Da vor allem in Demokratien wie Deutschland eine solche Abschaltung aus politischer Sicht fraglich wäre. Wer in einer Stadt gegen Drogenkriminalität vorgehen will reißt ja auch nicht sofort die komplette Straße ab, sondern nimmt die Täter fest.

Und so ist es auch im Darknet, durch aufwändige Ermittlungen und über Umwege können die Behörden zwar die Anonymität im Darknet aufheben, und einzelne Seiten lahmlegen. Jedoch nur in Einzelfällen.

Den Zugang zum Darknet einfach abzuschalten ist schwieriger als gedacht

Einige Diktaturen versuchen bereits den Zugang zum Darknet zu verhindern, das ist jedoch schwieriger, als beim herkömmlichen Internet. Denn das Darknet-Netzwerk ist auf diese Sperren ausgerichtet, da es unter anderem von Whistleblowern und politischen Aktivisten betrieben wird. Daher gibt es Möglichkeiten diese Sperren zu umgegen, indem man einen anderen Einstiegspunkt wählt, wie z.B. die Amazon Cloud. Die Ermittler bringen Amazon nicht direkt in Verbindung mit dem Darknet-Netzwerk. Und würde man diesen Zugang verhindern wollen, müsste man auf die öffentlichen Amazon-Seiten sperren.

„Das überlegen sich Regierungen dann ganz genau, schließlich hängen wirtschaftliche Interessen an solchen Seiten“

Moritz Bartl, Gründer von Torservers.net

Die andere Möglichkeit wäre es Druck auf die Betreiber des Darknet-Netzwerks auszuüben. Die Frage dabei ist jedoch, ob sich nicht auch ohne die jetzige Struktur neue Betreiber und Aktivisten finden würden, die das Darknet-Netzwerk dann weiterführen könnten.

„Es würde sich in letzter Konsequenz eine Abspaltung und Weiterentwicklung als „neue Herausgeber“ ergeben, weil Betreiber des Netzes unabhängig agieren.“

Moritz Bartl, Gründer von Torservers.net

Dadurch das das Darknet-Netzwerk Open-Source ist, kann jeder, der das fachliche Wissen hat, nachvollziehen, wie die Verschlüsselung und die Anonymisierung für die Darknet-Browser funktioniert. Daher wird es auch immer Personen geben, die mit diesem Wissen dann ein neues Netzwerk aufbauen könnten.

Wie funktioniert die Verschlüsselung?

Das Tor Netzwerk gewährleistet die Anonymität im Darknet, denn wer im Darknet unterwegs sein will braucht dafür den speziellen Tor-Browser. Dieser lässt sich legal im „normalen“ Internet runterladen. Über den Tor-Browser lassen sich aber auch gewohnte Seiten wie Google oder Amazon verwenden, er eignet sich also auch für das anonyme surfen im Alltag. Im Tor-Browser werden keine Nutzerdaten wie Bank- und Kundendaten gespeichert.

Was macht TOR?

Tor steht für „The Onion Router“, was soviel bedeutet wie der Zwiebel-Router. Wenn man sich die Funktionsweise von TOR genauer anschaut, ergibt die Abkürzung Sinn. Um im Tor-Netzwerk anonym zu bleiben werden sowohl die eingehenden als auch die ausgehenden Datenpakete über mehrere Server geleitet. Das kann man sich so ähnlich vorstellen wie Stille-Post, nur der Empfänger und der Sender sind für die zwischenliegenden Personen bzw. Server nicht bekannt. Bei jeder Weitergabe wird das Signal zusätzlich verschlüsselt (Zwiebelschalenprinzip). Bezogen auf Stille-Post müssen die Mitspieler ein Wort wie „zGu5PG1bmT2“ weitergeben. Sie selbst wissen nicht was es bedeutet Empfänger und Sender jedoch schon. Der sog. „Exit Node“, also der letzte Server, übergibt das Signal dann ins offene Internet.


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