Deine und die Daten vieler anderer Nutzer sind das wichtigste der sozial Media Konzerne. Ein Hauptstandbein von Facebook. Aber wieso? Warum will Facebook an meine Daten?

Das Stichwort heißt: Personalisierte Werbung. Denn, uninteressante Werbung war gestern. Frauen bekommen Schuhwerbung und Männer sollen vom Autothändler in der Nähe überzeugt werden. Wir haben uns mit dem Thema personalisierte Werbung im Netz einmal genauer beschäftigt.

Fast jeder dürfte es kennen: Mal eben in Facebook das Geschlecht „geändert” und schon bekommt man Auto- oder Schuhwerbung. Das ist ein gutes Beispiel für sogenannte personenbezogene oder personalisiere Werbung im Netz. Auch nach der Recherche auf Amazon, nach einem neuen Smarthphone, ist die Smarthphone Werbung auf diversen Seiten kaum noch zu übersehen. Aber bei Amazon und Facebook ist noch lange nicht Schluss, auch Google und diverse andere Anbieter von Online-Dinstleistungen, lassen die Daten ihrer Nutzer auswerten um ihnen passende Werbung zu zeigen. Wir haben mit Falk Garbsch dem Sprecher des Chaos Computer Clubs gesprochen. Er sagt:

„Dass die NSA diese Daten abgreift, ist belegt”

Möglichst wenig Spuren im Netz hinterlassen

Das ist gar nicht so einfach, sagt Garbsch:

„Man bekommt selber nicht mit, ob Profile erstellt werden und wie sie erstellt werden.”

Wie werden meine Interessen an andere Seiten übergeben?

Um diese Frage beantworten zu können sollte man wissen, wie das Nutzungsverhalten eines Users gespeichert wird. Die klassische Weise ist hierbei die Verwendung sogenannter „Cookies”. Das sind kleine Textdateien, die Webseiten beim Besuch eines Nutzers auf dessen Rechner speichern. Andere Webseiten können diese wiederum abrufen und gezielt Werbung schalten. Deshalb empfiehlt es sich die Cookies hin und wieder über den Browser zu löschen. Hier gibt es eine detaillierte Anleitung wie man dabei vorgehen sollte. Falk Garbsch sagt dazu:

„Viele Webseiten funktionieren ohne Cookies überhaupt nicht. Das ist eine relativ tief verankerte Technologie”

Experte Florian Glatzner empfiehlt hingegen, Cookies gezielt nur für einzelne Seiten zu erlauben. Aufjedenfall lohnt es sich, den Browser so einzustellen, dass die Cookies beim Schließen automtisch gelöscht werden.

Browser-Fingerprinting

Eine recht neue Technologie zur Identifizierung von Nutzern ist das Browser-Fingerprinting. Dabei wird der Rechner anhand von Informationen, die der Browser ausgibt, identifiziert. Dazu können installierte Add-ons oder die Auflösung des verwendeten Monitors zählen. Diese Konfiguration ist „erschreckend” eindeutig, sagt Glatzner. Ist der Nutzer erst erkannt, können Werbeindustrie, soziale Netzwerke oder andere Unternehmen dessen Daten theoretisch zusammenführen.

„Es ergibt sich daraus ein sehr detailliertes Persönlichkeitsprofil”, warnt Falk Garbsch.

Ein gutes Geschäftsmodell

Das Geschäft mit zielgerichteten Werbeanzeigen läuft sehr gut:
96 Prozent seines Ertrags hat Google laut Unternehmensbericht 2011 über seine Werbekunden erwirtschaftet.

Im allgemeinen sollte man sich merken, dass die wenigsten Angebote im Internet komplett kostenlos sind. Zwar sind viele Dienste, gerade bei den großen Internetkonzernen, oft kostenlos. Das Geschäftsmodell bestehe aber dann eben häufig darin, die Daten der Nutzer zu verwerten, etwa für gezielte Werbung, erklärt Florian Glatzner.

„Das ist dann der Preis, den man dafür bezahlen muss.”

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Kategorien: Werbung

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